Baden-Württemberg revolutioniert die Künstlerförderung mit mehr Stabilität und Flexibilität
Paula GumprichBaden-Württemberg revolutioniert die Künstlerförderung mit mehr Stabilität und Flexibilität
Baden-Württemberg reformiert sein Fördersystem für freischaffende Darstellende Künstler. Die Änderungen folgen einer umfassenden Evaluation, die stabilere und flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten fordert. Ziel der Verantwortlichen ist es, Künstlern mehr finanzielle Sicherheit zu bieten, ohne dabei bewährte Praktiken aufzugeben.
Die Reform basiert auf einer Studie des Landesverbandes Freier Theater und Tanz Baden-Württemberg (LaFT BW). Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst durchgeführt, betonte die Untersuchung die Notwendigkeit verbesserter Förderstrukturen. Ein zentrales Ergebnis: 94 Prozent der befragten Künstler halten staatliche Unterstützung für unverzichtbar.
Das neue Modell ruht auf drei Säulen: mehrjährigen Förderungen, offenen Stipendien für Einzelkünstler sowie breiter angelegten Zuschüssen. Diese Neuerungen knüpfen an Fortschritte an, die seit 2023 erzielt wurden, als das Drei-Säulen-System erstmals eingeführt wurde. Seither stieg die durchschnittliche Projektförderung von 25.000 Euro im Jahr 2022 auf 35.000 Euro im Jahr 2024. Auch die Zahl der geförderten Projekte nahm zu – von 120 im Jahr 2022 auf 150 im Jahr 2024.
Allein für die Projektförderung werden 2025 voraussichtlich 1,5 Millionen Euro bereitgestellt. Damit können jährlich etwa 160 Vorhaben unterstützt werden. Der LaFT BW, der die Interessen freischaffender Künstler in der Region vertritt, hat die Reformen maßgeblich mitgestaltet. Als wichtigste Interessenvertretung erhält der Verband institutionelle Förderung vom Ministerium.
Das überarbeitete System soll Hürden abbauen, die Künstler bisher bei der Beantragung von Unterstützung behinderten. Durch die Kombination langfristiger Förderungen mit flexibleren Zuschüssen will das Land sowohl Stabilität als auch künstlerische Freiheit stärken. Die Reformen spiegeln das Bestreben wider, die finanzielle Absicherung für die unabhängige Kunst- und Kulturszene Baden-Württembergs nachhaltiger zu gestalten.