Baden-Württemberg pumpt 1,3 Millionen Euro in umstrittene Internet-Meldestelle „REspect!“
Harry GirschnerBaden-Württemberg pumpt 1,3 Millionen Euro in umstrittene Internet-Meldestelle „REspect!“
Baden-Württemberg fördert Meldestelle „REspect!“ mit 1,3 Millionen Euro
Teaser: In Baden-Württemberg spürt die Organisation „REspect!“ mutmaßliche oder tatsächliche Straftäter im Internet auf – und wird dafür vom Land großzügig belohnt. Die genauen Zahlen liegen der JUNGEN FREIHEIT vor.
Artikel: Eine deutsche Meldestelle mit dem Namen „REspect!“ verzeichnet seit 2017 einen deutlichen Anstieg an Aktivitäten und Fördergeldern. Was einst als kleines Projekt begann, reicht heute Zehntausende Meldungen pro Jahr ein – und stößt dabei auf staatliche Unterstützung wie politische Kritik. Das rasante Wachstum der Initiative hat eine Debatte über Transparenz und Kontrolle bei der Moderation von Online-Inhalten entfacht.
Die von der Jugendstiftung Baden-Württemberg getragene Initiative „REspect!“ wurde ins Leben gerufen, um potenziell illegale Inhalte im Netz zu melden. 2017 erhielt sie noch 33.300 Euro an Fördermitteln und gab 666 Meldungen ab. Bis 2024 stieg das Budget auf 334.500 Euro, während die Zahl der Meldungen auf 32.587 explodierte. Allein Baden-Württemberg steuerte zwischen 2017 und 2024 insgesamt 1,3 Millionen Euro bei.
Der Ausbau der Initiative spiegelt die verstärkten Bemühungen wider, illegale Online-Inhalte zu bekämpfen. Mit wachsender Meldungszahl und steigender finanzieller Unterstützung spielt „REspect!“ mittlerweile eine zentrale Rolle bei der digitalen Rechtsdurchsetzung. Dennoch bleibt die Zukunft der Initiative umstritten – vor allem wegen Bedenken hinsichtlich Rechenschaftspflicht und Transparenz.