Baden-Württemberg führt Pflichtkurs für Notfallvorsorge an Schulen ein
Harry GirschnerDosenwaren und Konserven - Schüler trainieren für Notfälle - Baden-Württemberg führt Pflichtkurs für Notfallvorsorge an Schulen ein
Schulen in Baden-Württemberg unterrichten Schüler nun im Umgang mit Notfällen
Seit dem Schuljahr 2023/2024 gibt es für alle Sechstklässler einen verpflichtenden Aktionstag, an dem sie lernen, wie man in Krisensituationen handelt. Zu den vermittelten Fähigkeiten gehören das Packen eines Notfallrucksacks sowie die Bevorratung von Grundnahrungsmitteln wie Konserven und Milchpulver.
Hintergrund der Initiative ist eine landesweite Vorschrift, die jährliche Notfalltrainings an allen Grund- und weiterführenden Schulen vorschreibt. Thematisiert werden unter anderem Brandschutz, Evakuierungsmaßnahmen und Krisenvorsorge. Besonders aufmerksam verfolgten einige Schüler die Unterrichtseinheiten, nachdem sie 2024 schwere Überschwemmungen in ihren Gemeinden miterlebt hatten.
In Winnenden geht ein Pilotprojekt der Malteser-Hilfsorganisation noch einen Schritt weiter. Florian Hambach, Lehrer und ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz, leitet dort praktische Übungen an. Die Schüler lernen, Notfallsets zusammenzustellen – mit Instant-Suppen, Konserven und sogar Kartenspielen, um die Stimmung in Krisenzeiten zu heben. Die Dringlichkeit solcher Vorbereitungen wurde deutlich, nachdem ein Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz 2023 rund 100.000 Haushalte ohne Strom und Heizung zurückließ. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt forderte daraufhin bundesweit jährliche Notfalltrainings an Schulen. Hambach plädiert dafür, das Thema im Laufe des Schuljahres regelmäßig aufzugreifen, um ein nachhaltiges Bewusstsein zu schaffen.
Das Programm stattet die Schüler mit praxisnahen Kenntnissen für Krisensituationen aus. Notfallübungen und Vorratsplanung sind nun fester Bestandteil des Lehrplans. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch weniger Panik und eine höhere Widerstandsfähigkeit bei künftigen Katastrophen.