Baden-Württemberg fördert Entsiegelung mit Millionenhilfen für Kommunen und Flächenmanager
Harry GirschnerBaden-Württemberg fördert Entsiegelung mit Millionenhilfen für Kommunen und Flächenmanager
Baden-Württemberg hat zwei neue Förderprogramme gestartet, um die Entsiegelung von Böden und eine nachhaltige Flächenbewirtschaftung zu fördern. Die Initiativen zielen darauf ab, die rund 220.000 Hektar versiegelte Flächen im Land – das entspricht 6,2 % der Gesamtfläche – zu verringern. Mit den Zuschüssen werden Kommunen bei der Entfernung wasserundurchlässiger Beläge sowie bei der Einstellung spezieller Flächenmanager unterstützt.
Das erste Programm, der Entsiegelungsbonus, bietet finanzielle Unterstützung für die Rückbau versiegelter Flächen. Kommunen können bis zu 40.000 Euro für eine vollständige Entsiegelung oder bis zu 24.000 Euro für Teilmaßnahmen erhalten. Die Anträge müssen innerhalb eines Jahres nach Abschluss des Projekts eingereicht werden.
Das zweite Förderinstrument, der Dauerhafte Flächenmanagement-Bonus, finanziert die Schaffung kommunaler Flächenmanager-Stellen. Diese fungieren als Schnittstelle zwischen lokalen Behörden, Grundstückseigentümern, Investoren und Anwohnern. Für die Einrichtung dauerhafter Positionen stehen bis zu 40.000 Euro zur Verfügung, während zeitlich befristete Stellen im Rahmen eines bestehenden Programms mit bis zu 120.000 Euro gefördert werden können.
Seit 2016 hat das Land bereits 39 temporäre Flächenmanager über das Programm "Flächen gewinnen durch Nachverdichtung" unterstützt. In diesem Jahr wurden für beide neuen Fördermaßnahmen insgesamt rund 800.000 Euro bereitgestellt. Die Versiegelungsgrade variieren stark: In Städten liegen sie bei etwa 30 %, in ländlichen Gebieten bei unter 4 %.
Die Förderung richtet sich sowohl an kurzfristige Entsiegelungsprojekte als auch an langfristiges Flächenmanagement. Kommunen verfügen nun über mehr finanzielle Spielräume, um versiegelte Flächen zurückzubauen und die nachhaltige Planung zu verbessern. Die Investitionen des Landes spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, die Herausforderungen der Flächennutzung in urbanen und ländlichen Regionen anzugehen.






