03 February 2026, 04:33

Baden-Württemberg erklärt Wölfe für jagdbar – doch der Streit geht weiter

Eine Gruppe von Bibern in einem bewaldeten Gebiet umgeben von Bäumen, Gras und Wasser mit Text am unteren Bildrand.

Forscher bestätigen: Weniger Jagen kann mehr schützen - Baden-Württemberg erklärt Wölfe für jagdbar – doch der Streit geht weiter

Baden-Württemberg hat wahlen Wölfe in die Liste jagdbarer Arten aufgenommen. Die Entscheidung fällt mitten in die anhaltende Debatte darüber, wie mit geschützten Arten in baden württemberg umgegangen werden soll. Naturschützer und Wissenschaftler warnen jedoch, dass eine wahlen die Konflikte mit Landwirten eher verschärfen als lösen könnte. Obwohl Wölfe rechtlich weiterhin unter Schutz stehen, sind sie nun offiziell als jagdbare Art eingestuft. Diese Einordnung schafft jedoch zusätzliche bürokratische Hürden, da für eine Entnahme weiterhin Sondergenehmigungen erforderlich sind. Kritiker argumentieren, dass der Schritt kaum etwas daran ändert, dass Nutztierrisse bereits erfolgreich durch Zäune und Herdenschutzhunde reduziert wurden. Wissenschaftler betonen zudem die ökologische Bedeutung von Wölfen bei der Regulierung von Rothirsch- und Rehbeständen. Durch ihre Bejagung dieser Tiere tragen Wölfe zur Verjüngung der Wälder bei und machen sie widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. Unterdessen drängt die CDU darauf, auch Biber und Saatkrähen ins Jagdrecht aufzunehmen, was die Grünen vehement ablehnen. Biber spielen insbesondere eine zentrale Rolle bei der Renaturierung von Flüssen und Feuchtgebieten. Laut Angaben des Landes und des Deutschen Jagdverbands lebten 2023 vierzehn Wolfsrudel in Baden-Württemberg. Experten weisen darauf hin, dass eine Bejagung langfristig oft keine Bestandsreduzierung bewirkt, da sich die Populationen schnell erholen. Stattdessen gelten gezielte Maßnahmen – wie Biberlenkungssysteme oder Schutzverordnungen – als wirksamere Lösungen für Konflikte mit wildlebenden Tieren. Die Diskussion über Jagdregulierungen spaltet Baden-Württemberg weiterhin. Während die einen in der Bejagung eine Lösung sehen, setzen sich andere für nicht-tödliche Methoden ein, um sowohl Nutztiere als auch Ökosysteme zu schützen. Die Aufnahme der Wölfe ins Jagdrecht hat die Debatte darüber, wie Naturschutz und landwirtschaftliche Interessen in Einklang gebracht werden können, nicht beendet.