Ausstellung in Lörrach zeigt vergessene Opfer der Deportation 1940 – und das Schweigen der Täter
Ausstellung in Lörrach zeigt vergessene Opfer der Deportation 1940 – und das Schweigen der Täter
Eine neue Ausstellung in Lörrach zeigt erschütternde Fotos der Deportation der jüdischen Gemeinde im Jahr 1940
Die Aufnahmen dokumentieren, wie Sicherheitskräfte Männer und Frauen Befehle erteilen, während Kinder und Erwachsene am Rand zusehen. Doch die Zuschauer wurden herausgeschnitten – übrig blieben nur die Opfer.
Diese Auslassung spiegelt ein größeres Muster der Vermeidung in der deutschen Gesellschaft wider, in der die Rollen von Tätern und Zuschauern bis heute weitgehend unreflektiert bleiben.
Die Fotografien sind Teil von Alina Bothes Projekt "Letzte Spuren", das Bilder von Judenportationen aus 70 deutschen Städten aufspüren will. Ihre Arbeit hat viele der Opfer identifiziert, doch weder Täter noch Zuschauer. Das fehlende Interesse an den Verantwortlichen deutet auf eine anhaltende Scheu hin, sich mit der deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Auf einer kürzlichen Konferenz mit dem Titel "Nie befreit?" diskutierten Expert:innen die anhaltenden Kämpfe von Holocaust-Überlebenden. Der Medizinhistoriker Christian Pross erinnerte daran, wie ehemalige Nationalsozialisten später entwürdigende Untersuchungen an Überlebenden im Rahmen von Entschädigungsverfahren durchführten. Die Trauma dieser Erfahrungen wirken bis heute nach und belasten noch die Nachkommen.
Elke Gryglewski, die in der Gedenkstätte Bergen-Belsen arbeitet, berichtete unterdessen von Hasspost – von Gleichgültigkeit bis hin zu offener Feindseligkeit. Auch Bothes Suche nach Deportationsfotos stieß auf Widerstand; manche Institutionen behinderten ihre Recherchen. Diese Reaktionen verdeutlichen die Schwierigkeiten, historische Verantwortung zu thematisieren.
Für viele Überlebende bleibt der Staat Israel von zentraler Bedeutung – als Ort der Sicherheit und Identität. Doch für andere wirft der Holocaust weiterhin einen langen Schatten. Wie viele der auf Bothes Fotos identifizierten Opfer noch leben, ist unklar. Eine Überprüfung würde den Abgleich mit Überlebendenregistern erfordern, die jedoch nicht systematisch geführt werden.
Die beschnittenen Aufnahmen aus Lörrach sind ein drastisches Symbol dafür, wie die deutsche Gesellschaft ihre eigene Mittäterschaft oft verdrängt hat. Zwar bringen Projekte wie "Letzte Spuren" vergessene Geschichten ans Licht – doch Widerstand und Feindseligkeit bestehen fort. Für Überlebende und ihre Familien bleiben die Wunden der Vergangenheit offen und prägen das Leben noch lange nach der Befreiung.
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