10 January 2026, 04:36

Ausbildungsplätze in Baden-Württemberg brechen 2025 dramatisch ein – nur Banken profitieren

Ein Nahaufnahme eines Radrades, das die Lauffläche und den Flänchen zeigt.

Weniger Ausbildungsverträge: Wirtschaft schrillt Alarm - Ausbildungsplätze in Baden-Württemberg brechen 2025 dramatisch ein – nur Banken profitieren

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg ist 2025 um 6,3 Prozent gesunken – auf nur noch 37.453 abgeschlossene Verträge. Wirtschaftsvertreter bezeichnen diesen Trend als ernsthafte Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Zwar verzeichneten einige Branchen leichte Zuwächse, doch die meisten Sektoren kämpften damit, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

Besonders stark ging die Zahl der Auszubildenden in den industriellen Berufen zurück. Positionen wie Industriemechaniker, Mechatroniker und Industriekaufleute verzeichneten deutliche Rückgänge. Auch im Einzelhandel brachen die Ausbildungszahlen landesweit ein.

Experten nennen zwei Hauptgründe für den Rückgang: Die wirtschaftliche Abkühlung hat Unternehmen vorsichtiger bei der Einstellung von Nachwuchskräften werden lassen, sodass weniger Ausbildungsplätze angeboten werden. Zudem werden immer mehr Ausbildungsverträge während der Probezeit gekündigt, wobei viele Stellen danach unbesetzt bleiben. Lediglich im Banken- und Gastgewerbe gab es leichte Steigerungen. Diese Branchen fanden genug geeignete Bewerber – anders als die kämpfenden Industrie- und Handelsbereiche.

Andrea Bosch, Leiterin der Berufsbildung bei der IHK Stuttgart, betonte, dass Unternehmen zunehmend darauf verzichten, frei gewordene Ausbildungsplätze neu zu besetzen. Claus Paal, Vizepräsident des BWIHK, warnte, dass eine starke berufliche Ausbildung entscheidend sei, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Ohne verlässliche Ausbildungsprogramme, so Paal, stehe die wirtschaftliche Zukunft des Landes auf dem Spiel.

Der Rückgang der Ausbildungsverträge spiegelt die größeren wirtschaftlichen Herausforderungen in Baden-Württemberg wider. Unternehmen zögern weiterhin, in die Ausbildung zu investieren, während vorzeitige Vertragsauflösungen die Chancen für Nachwuchskräfte weiter schmälern. Nur Banken und Gastgewerbe konnten leichte Zuwächse verzeichnen – andere Branchen sehen sich hingegen mit einem wachsenden Fachkräftemangel konfrontiert.