Aus Amerikaner wird Grönländer: Eine Bäckerei macht Politik mit Gebäck
H.-Dieter ReuterLüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Aus Amerikaner wird Grönländer: Eine Bäckerei macht Politik mit Gebäck
Eine Bäckerei in Lüneburg benennt ihre runden Teilchen von Amerikaner in Grönländer um – als spielerische politische Geste. Die Idee entstand nach Berichten über das Interesse der USA am Kauf Grönlands. Die De Heidbäcker GmbH, die hinter der Umbenennung steht, bezeichnet sie als Zeichen europäischer Solidarität – und als geschickten Marketingcoup.
Der Anstoß kam, als Diskussionen über einen möglichen Kauf Grönlands durch die USA wieder aufkamen. Jannik Harms, Geschäftsführer der Bäckerei, nannte die Umbenennung eine humorvolle Möglichkeit, Stellung zu beziehen – und gleichzeitig für Aufmerksamkeit zu sorgen. Kunden, die einen Amerikaner bestellen, erhalten nach wie vor dasselbe Gebäck – doch auf der Rechnung steht nun Grönländer.
Die Teilchen bleiben noch einige Wochen im Sortiment, bevor sie bis zum Herbst verschwinden. Sollte das US-Interesse an Grönland anhalten, will die Bäckerei den neuen Namen beibehalten. Die Herkunft des Begriffs Amerikaner selbst bleibt übrigens unklar: Manche führen ihn auf Ammoniumhydrogencarbonat, ein Backtriebmittel, zurück, andere auf seine Form, die an einen Soldatenhelm erinnert.
Trotz lokaler Begeisterung gibt es keine Hinweise darauf, dass die dänische Regierung oder eine breitere Öffentlichkeit auf die Aktion reagiert hätten. Die Geschichte bleibt vorerst ein regionales Phänomen in Lüneburg oder in Nischenkreisen – internationale Aufmerksamkeit hat sie kaum erhalten.
Mit ihrer Aktion verbindet die Bäckerei Politik und Backkunst und bietet eine heitere Perspektive auf geopolitische Spannungen. Vorerst bleibt es beim Grönländer – zumindest bis zum Herbst. Ob die Umbenennung Bestand hat, hängt davon ab, wie lange Grönland im Fokus der USA bleibt.






