06 February 2026, 14:50

Appenweiers Bürgermeister Lorenz kämpft um sein Amt nach Mobbing- und Machtmissbrauchsvorwürfen

Ein Platz mit Gebäuden, Fenstern, Geländern, Bäumen, Bänken, Mülltonnen, Pfählen, Drähten und dekorativen Flaggen unter einem klaren blauen Himmel.

Streit um Bürgermeister - aber kein Kündigungsgrund - Appenweiers Bürgermeister Lorenz kämpft um sein Amt nach Mobbing- und Machtmissbrauchsvorwürfen

Appenweiers Bürgermeister Viktor Lorenz steht vor wachsenden Rücktrittsforderungen. Gegen Viktor Lorenz, den Bürgermeister von Appenweier, mehren sich die Rufe nach seinem vorzeitigen Amtsenthebungsverfahren. Die Vorwürfe reichen von Mobbing am Arbeitsplatz über Machtmissbrauch bis hin zur unsachgemäßen Verwaltung von Gemeindeeigentum. Nun fordern lokale Politiker und Aktivisten ein System, das die Abwahl von Bürgermeistern noch während ihrer Amtszeit ermöglicht.

Der Streit begann mit Behauptungen, Lorenz habe kommunale Mitarbeiter gedemütigt und eingeschüchtert. Zudem wurde ihm vorgeworfen, seine Position ausgenutzt und offizielle Dokumente manipuliert zu haben. Diese Vorfälle führten zu einem disziplinarischen Ermittlungsverfahren, das jedoch später mangels ausreichender Beweise für eine Amtsenthebung eingestellt wurde. Lorenz erhielt jedoch einen offiziellen Verweis wegen "alkoholbedingten Fehlverhaltens".

Ein weiterer Konflikt dreht sich um 46 Flaschen Whisky, die laut Gemeinderat als vermisst gemeldet wurden. Lorenz bestreitet diese Zahl und beharrt darauf, dass nur fünf Flaschen nicht nachweisbar seien. Eine Untersuchung bestätigte seine Aussage, doch die Angelegenheit verstärkte das Misstrauen in der Bevölkerung.

Da Lorenz' Amtszeit erst am 29. Februar 2032 endet, haben seine Gegner kaum Handlungsmöglichkeiten. Seine Stellvertreter sowie die Initiative Mehr Demokratie fordern nun ein Abwahlverfahren für Bürgermeister, die als "nicht mehr tragbar" gelten. Der Regionalrat Freiburg wird in Kürze entscheiden, ob ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wird.

Der Fall erinnert an jüngste Spannungen in Königstein im Taunus, wo ein Bürgermeister wegen der Verwendung von Klimaschutzmitteln in die Kritik geriet. Dort lehnte die CDU Forderungen nach einer Aktenprüfung ab und bezeichnete die Vorwürfe als haltlos. In Appenweier jedoch steht Lorenz' Verhalten und die Forderung nach mehr Verantwortlichkeit im Mittelpunkt.

Die Entscheidung des Freiburger Regionalrats wird über Lorenz' weiteres Schicksal entscheiden. Sollte kein Abwahlverfahren eingeführt werden, bleibt er bis zum Ende seiner Amtszeit im Amt. Die Debatte zeigt indes die Schwierigkeiten auf, gewählte Amtsinhaber vor Ablauf ihres Mandats abzulösen.