18 March 2026, 18:19

Apothekenstreik in Baden-Württemberg: Protest scheitert an Ministerium und interner Uneinigkeit

Apotheker in weißem Kittel mit einer Flasche in der Hand, während er mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Apothekenstreik in Baden-Württemberg: Protest scheitert an Ministerium und interner Uneinigkeit

Apotheken in Baden-Württemberg sollten am 23. März schließen – doch der Landesapothekerverband (LAV) zieht seine Unterstützung für den bundesweiten Protest zurück. Der Schritt folgt auf Druck aus dem Sozialministerium und interne Uneinigkeit unter den Apothekenvertretern.

Ursprünglich sollte der Streik auf die verzögerten Gebührenerhöhungen und die wachsende finanzielle Belastung der Apotheken aufmerksam machen. Doch die Landesapothekerkammer (LAK) erhielt vom Ministerium eine Anweisung, die Schließungen zu unterbinden. Daraufhin zog der LAV seine Beteiligung zurück – was bei einigen Apothekeninhabern auf scharfe Kritik stieß.

Daniel Hölzle, Inhaber der Tiergarten-Apotheke in Konstanz, warf der LAK und dem LAV vor, sich nicht eigenständig gegen die Haltung des Ministeriums gestellt zu haben. Er kritisierte den LAV-Vorstand, sich zu stark an die offizielle Begründung anzulehnen, und forderte dessen Rücktritt. Trotz der Absage wird Hölzles Apotheke in Konstanz am 23. März dennoch schließen, während seine Filiale in Singen nur mit reduzierten Öffnungszeiten geöffnet bleibt.

Ariel Wagner, Pharmazeutisch-technischer Assistent, zeigte sich enttäuscht über die Einmischung des Ministeriums und argumentierte, dies schwäche die Protestbemühungen in der Region. Unterdessen kündigte Thomas Preis, Präsident des Bundesverbandes ABDA, weitere Schritte an: Für Februar 2026 ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung geplant, um eine Petition und zusätzliche Maßnahmen zu beraten. Preis kritisierte ebenfalls die Verzögerungen bei den Gebührenanpassungen, die zu Apotheken-Schließungen beitragen.

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Hölzle plant, sich an lokale Medien wie den Südkurier zu wenden, um Unterstützung für den Protest zu mobilisieren. Er wirft dem LAV vor, die Solidarität mit dem ABDA-Aufruf zu bundesweiter Einheit zu untergraben.

Der Protest in Baden-Württemberg stößt nun auf eine gespaltene Reaktion: Einige Apotheken werden trotzdem schließen oder ihre Öffnungszeiten reduzieren, andere bleiben regulär geöffnet. Die weiteren Schritte des ABDA, einschließlich der geplanten Versammlung, werden zeigen, ob es zu weiteren gemeinsamen Aktionen kommt.

Quelle