Apotheken kämpfen mit Verlusten bei pharmazeutischen Dienstleistungen – trotz Millionenfonds
Paula GumprichApotheken kämpfen mit Verlusten bei pharmazeutischen Dienstleistungen – trotz Millionenfonds
Eine neue Studie zeigt, dass viele deutsche Apotheken kaum Gewinne mit vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) erzielen. Trotz wachsender Verfügbarkeit bleibt die Nachfrage nach diesen Angeboten gering – ein Fonds in Höhe von 537 Millionen Euro wird kaum genutzt. Die Ergebnisse verdeutlichen die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen, vor denen Apotheken stehen, die pDL-Leistungen anbieten.
Die vom Freien Apothekerverband in Auftrag gegebene Untersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte aller Apotheken bei Bluthochdruck-Risikobewertungen Verluste macht. Pro Untersuchung erhalten sie lediglich 11,20 Euro netto – ein Betrag, der die Kosten oft nicht deckt. Nur etwa jede dritte Apotheke schafft es, mit diesen Dienstleistungen schwarze Zahlen zu schreiben.
Neben den finanziellen Hürden kämpfen Apotheken mit Personalmangel, hohem Verwaltungsaufwand und strengen räumlichen Vorgaben. Hinzu kommen Spannungen zwischen den Berufsgruppen. Der Freie Apothekerverband betont zwar, dass Apotheken über das nötige Fachwissen für pDL-Leistungen verfügen, die aktuelle Vergütung sei jedoch nicht tragfähig.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken schlug kürzlich vor, die ungenutzten pDL-Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuschichten. Die Studie warnt jedoch, dass ein solcher Schritt die langfristige Zukunft der pDL-Dienstleistungen gefährden könnte. Stattdessen unterstützt sie die Forderung des Deutschen Apothekerverbands nach einer angepassten Vergütung, um die wirtschaftliche Machbarkeit dieser Angebote zu sichern.
Da 537 Millionen Euro aus dem pDL-Fonds weiterhin ungenutzt bleiben, gerät die Politik unter Druck, Lösungen zu finden. Die Studie fordert Reformen, um die Zukunft der pDL-Leistungen in Deutschland zu sichern.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit politischer Änderungen, um pDL-Dienstleistungen nachhaltig zu gestalten. Ohne Anpassungen bei Vergütung und Rahmenbedingungen könnten viele Apotheken weiterhin darauf verzichten, sie anzubieten. Die Empfehlungen der Studie zielen darauf ab, diese Leistungen langfristig flächendeckend zugänglich zu halten.






