30 March 2026, 16:27

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin

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Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Produktion, Teil des Weihnachtsprogramms, erntete sowohl begeisterten Applaus als auch laute Proteste vor dem Opernhaus. Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Fahnen und äußerten ihre Ablehnung gegen Netrebkos Auftritt.

Die Kontroverse um Netrebko rührt von ihrer anfänglichen Unterstützung für Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 her. Dies führte zu Absagen an großen Bühnen, darunter auch der Berliner Staatsoper, und spaltete die deutschen Kultureinrichtungen. Noch im Sommer 2023 weigerten sich viele, mit ihr zusammenzuarbeiten, während andere dafür plädierten, Kunst und Politik voneinander zu trennen. Vor der Oper skandierten die Protestierenden Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat".

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Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, stand bereits zuvor wegen ihrer angeblichen Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin in der Kritik. Zudem besuchte sie eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml, was die Empörung weiter schürte. Elisabeth Sobotka, die Intendantin der Staatsoper, verwies jedoch darauf, dass sich Netrebko inzwischen öffentlich von Russland distanziert habe und nicht in das Land zurückgekehrt sei.

Die Inszenierung unter der Regie von Rafael R. Villalobos bezog Elemente der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise in bestimmten Szenen ein. Trotz der Proteste erhielt die Aufführung starken Beifall für Musiker und Sänger alike. Netrebko wurde während ihres Auftritts besonders enthusiastisch vom Publikum gefeiert.

Die Premiere verdeutlichte die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Kontroverse. Während Netrebkos Darstellung im Theater warm aufgenommen wurde, unterstrichen die Proteste draußen die fortbestehenden Gräben wegen ihrer früheren Äußerungen. Die Entscheidung der Staatsoper, sie in die Produktion einzubinden, spiegelt den schwierigen Balanceakt zwischen kultureller Entfaltung und geopolitischer Sensibilität wider.

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