Anke Engelkes Bahn-Projekt endet im Eklat: Warum die Deutsche Bahn die Kampagne stoppte
Enrico HerrmannAnke Engelkes Bahn-Projekt endet im Eklat: Warum die Deutsche Bahn die Kampagne stoppte
Die Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke arbeitete im Jahr 2025 über sechs Monate lang mit der Deutschen Bahn zusammen. Dabei übernahm sie verschiedene Rollen – von der Zugbegleiterin bis hin zur Mitarbeiterin in der Logistik – und produzierte parallel eine Webserie. Die Zusammenarbeit endete jedoch abrupt, nachdem ein tragischer Vorfall eine Kontroverse über den Zeitpunkt der Kampagne ausgelöst hatte.
Engelke ist seit Langem dafür bekannt, dass sie sich immer wieder in neue Berufe stürzt, um frische Erfahrungen zu sammeln. Bereits in der Vergangenheit hatte sie etwa bei der Ernte in einem Bio-Kosmetikunternehmen mitgeholfen. Für ihr Projekt mit der Deutschen Bahn ließ sie sich speziell schulen, um auch in schwierigen Situationen bestehen zu können, und arbeitete sogar im Schichtdienst als Zugbegleiterin.
Das Ergebnis war die zehnteilige Webserie Boah, Bahn!, die im Oktober 2025 veröffentlicht wurde. Mit Humor zeigte sie den Arbeitsalltag der Bahnmitarbeitenden. Engelke selbst reist häufig mit der Bahn, trägt dabei oft eine Maske zum Schutz und hat festgestellt, dass Fahrgäste ihr gegenüber besonders freundlich sind – möglicherweise, weil sie sie erkennen.
Doch die Kampagne stieß auf massive Kritik. Anfang 2026 wurde ein Zugbegleiter im Rheinland-Pfalz bei einem brutalen Angriff getötet, was die Debatte über die Sicherheit des Personals neu entfachte. Kritiker wie der SPD-Politiker Fiedler und der EVG-Gewerkschaftschef Burkert warfen der Deutschen Bahn vor, Millionen in die Serie zu investieren, statt die Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern – etwa durch Körperkameras oder Pausenräume. Unter dem öffentlichen Druck stoppte das Unternehmen die Kampagne im Februar 2026 und räumte ein, der Zeitpunkt sei unglücklich gewählt gewesen.
Die Zusammenarbeit zwischen Engelke und der Deutschen Bahn endete nach nur vier Monaten der öffentlichen Präsenz. Die Serie wurde eingestampft, während die Kritik an mangelnder Sicherheit und falschen Prioritäten immer lauter wurde. Der Vorfall machte einmal mehr die Spannungen zwischen Werbeausgaben und der dringend notwendigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen deutlich.






