Aktivisten täuschen Deutsche Bahn mit satirischem *Stuttgart 21*-Plakat
Enrico HerrmannAktivisten täuschen Deutsche Bahn mit satirischem *Stuttgart 21*-Plakat
Eine anonyme Aktivistengruppe hat die Deutsche Bahn mit einem Scherz reingelegt, indem sie in Stuttgart eine Werbeanzeige durch ein satirisches Plakat ersetzte. Die Aktion richtete sich gegen das seit langem verzögerte Bahnprojekt Stuttgart 21, das weiterhin unvollendet ist und für das kein neuer Fertigstellungstermin in Sicht ist.
Das gefälschte Plakat, das die Komikerin Anke Engelke bei einer fiktiven Eröffnung zeigt, wurde über Nacht an einem stark frequentierten Standort im Stadtzentrum angebracht.
Die Gruppe, die sich Dies Irae nennt, bekannte sich am 3. Januar 2026 zu der Aktion. Sie bezeichnete das Plakat als Parodie auf die eigene Werbung der Deutschen Bahn und verspottete damit die immer wieder verschobenen Termine des Projekts. Die ursprüngliche Anzeige wurde sorgfältig entfernt, die Fälschung installiert und die Vitrine wieder verschlossen – ohne Schäden zu hinterlassen.
Stuttgart 21, ein großes Bahninfrastrukturprojekt, sollte eigentlich bis Ende 2026 teilweise in Betrieb gehen. Mittlerweile geben die Verantwortlichen zu, dass dieser Zeitplan nicht mehr haltbar ist. Da die Bauarbeiten weiterhin andauern und kein überarbeiteter Termin bekannt gegeben wurde, bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss.
Die Aktivisten wählten für ihre Aktion einen gut sichtbaren Standort an der Königstraße. Mit einfachen Werkzeugen tauschten sie den Inhalt einer Werbevitrine gegen ihre satirische Version aus. Der Slogan des Plakats – „irgendwann im 21. Jahrhundert“ – machte auf humorvolle Weise auf die endlosen Verzögerungen des Projekts aufmerksam.
Die Deutsche Bahn hat sich bisher nicht zu dem Scherz geäußert, und die ursprüngliche Anzeige blieb unbeschädigt. Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die anhaltenden Verzögerungen bei Stuttgart 21, die eine mögliche Eröffnung immer weiter hinauszögern. Vorerst bleibt das Projekt auf unbestimmte Zeit blockiert – ohne klare Perspektive auf eine Fertigstellung.