AfD startet polarisierenden Wahlkampf in Baden-Württemberg für 2026
Enrico HerrmannAfD startet polarisierenden Wahlkampf in Baden-Württemberg für 2026
Die Alternative für Deutschland (AfD), die sich von einer euroskeptischen Bewegung zu einer bedeutenden politischen Kraft entwickelt hat, die sich vor allem auf Migration, Energiepolitik und Außenbeziehungen konzentriert, hat sich in Baden-Württemberg für den Landtagswahlkampf 2026 vorbereitet. Erstmals zog die AfD 2016 als größte Oppositionspartei in den Landtag von Baden-Württemberg ein, verlor jedoch 2021 deutlich an Zustimmung und wurde zur kleinsten Fraktion. Die Partei, die in Baden-Württemberg von Markus Frohnmaier angeführt wird, hat ihre Prioritäten im Laufe der Zeit verschoben. Standen anfangs wirtschaftliche und Eurozonen-Politik im Mittelpunkt, rückte sie nach 2015 Migration und Islam scharf in den Fokus. Der Wahlkampf 2026 dreht sich um verschärfte Grenzkontrollen, schnellere Abschiebungen und – im Falle eines Machtgewinns – ein Referendum über die Migrationspolitik. In der Energiepolitik setzt sich die Partei für eine Rückkehr zur Kernenergie und den Erhalt von Kohlekraftwerken ein. Zudem fordert sie die Streichung von Klimaschutzmitteln, die Aufhebung der Russland-Sanktionen und niedrigere Energiepreise. Auch die Außenpolitik ist ein zentrales Thema: Die AfD inszeniert sich als 'europäische Vorhut' gegen linksliberale Eliten, konkrete Bündnisse mit anderen rechtspopulistischen Parteien bleiben jedoch vage. Die Partei positioniert sich mit einer ablehnenden Haltung gegenüber der etablierten Politik, tiefem Misstrauen gegenüber Migranten und einer klaren Islam-Skepsis. Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vertritt sie weiterhin eine prorussische Linie und fordert ein Ende der Sanktionen sowie eine Annäherung an Moskau. Als stärkste Oppositionsfraktion im Bundestag verfügt die AfD heute über erheblichen Einfluss. Der Wahlkampf 2026 in Baden-Württemberg wird zeigen, ob ihre harte Linie in Migration, Energie und Außenpolitik verlorenes Terrain zurückgewinnen kann. Bei Erfolg will die Partei weitreichende Änderungen durchsetzen – darunter eine Volksabstimmung über Migrationsregeln und eine Abkehr von der aktuellen Klima- und Energiewende-Strategie.