26 January 2026, 20:57

AfD-Pläne für regionale Fahrzeugkäufe lösen Wirtschaftswut aus

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der zusätzliche Stadtinformationen bereitstellt.

AfD-Pläne für regionale Fahrzeugkäufe lösen Wirtschaftswut aus

Wirtschaftsexperten haben einen Vorschlag der rechtspopulistischen AfD (Alternative für Deutschland) im Vorfeld der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg scharf kritisiert. Der sogenannte 'Kauf-BW'-Plan sieht vor, dass Behörden Fahrzeuge ausschließlich von Herstellern aus der Region beziehen dürfen. Führende Ökonomen bezeichnen die Idee als undurchführbar und schädlich für die deutsche Wirtschaft.

Das von der AfD vorgebrachte Konzept zielt darauf ab, staatliche Fahrzeugkäufe auf lokale Produzenten zu beschränken. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts in München, warnte, eine solche Politik würde auf erhebliche rechtliche Hindernisse stoßen. Zudem betonte er, dass Baden-Württemberg als wichtiger Exportstandort auf offene Märkte angewiesen sei.

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wies den Vorschlag als 'weder wirksam noch umsetzbar' zurück. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), ging noch weiter und bezeichnete den Plan als Zeichen 'eklatanter wirtschaftspolitischer Inkompetenz'. Er warnte, die Maßnahme könnte einen Handelskonflikt innerhalb Europas auslösen und der deutschen Wirtschaft schweren Schaden zufügen. Keine andere Partei in Baden-Württemberg hat bisher ähnliche Pläne vorgelegt. Aus Akten und öffentlichen Stellungnahmen geht hervor, dass der 'Kauf-BW'-Plan oder entsprechende Kritik von Ökonomen vor dieser Debatte nicht thematisiert wurde.

Der AfD-Vorschlag stößt bei Spitzenökonomen auf massive Ablehnung. Rechtliche Bedenken, mögliche Handelsstreitigkeiten und wirtschaftliche Risiken werden als zentrale Probleme genannt. Die starke Exportabhängigkeit der Region wirft zusätzliche Zweifel an der Machbarkeit des Vorhabens auf.